Ramadan

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Ramadan – der Fastenmonat im Detail

Der Ramadan gehört mit zu den sogenannten Säulen des Islams und hat daher für Muslime eine ganz besondere Bedeutung. Bekannt geworden ist der Ramadan auch als sogenannter „Fastenmonat“. Tatsächlich steckt aber deutlich mehr hinter dem neunten Monat aus dem islamischen Kalender. Es kann sich also durchaus lohnen, einen genaueren Blick auf den Ramadan zu werfen.

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Ramadan – was ist das eigentlich?

Jedes Jahr wieder gehen Muslime den Ramadan an. Auch wenn es sich in Deutschland durchaus um einen bekannten Begriff handelt, so können dennoch viele Menschen mit dem Ramadan, auch Ramazan genannt, nicht so viel anfangen. Sie wissen lediglich, dass es sich hierbei um die Fastenzeit handelt. Die Dauer des Ramadan ist, abhängig von dem jeweiligen Jahr, entweder 29 Tage oder 30 Tage. Gemessen wird die Dauer am Stand des Mondes. Es ist eigentlich nicht schwer, die Berechnung der Dauer zu verstehen.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass jeder neue Monat im islamischen Kalender mit dem Neumond beginnt. Den Abschluss bildet der abnehmende Mond, der dann nicht mehr zu sehen sein darf. Feste Daten für den Beginn oder das Ende eines Monats gibt es in diesem Sinn also nicht. Dies gilt damit auch für den Ramadan. Unterschiede kann es auch in den verschiedenen Regionen geben, so dass der Ramadan teilweise auch einen Tag später oder früher begonnen wird.

Wenn der Monat Sawwal begonnen hat, dann ist damit das Ende des Ramadans eingeläutet und das große Ramadanfest, auch Ramazan Bayram genannt, beginnt. Während dem Ramadan selbst steht das Fasten an erster Stelle, wenn das Fest beginnt, ist die Fastenzeit jedoch vorbei. Ausgelassen wird hier zusammen gefeiert. Das Fest wird auch als „Fest des Fastenbrechens“ bezeichnet oder ist als Zuckerfest bekannt. Schon in den letzten Tagen des Ramadans werden die ersten Vorbereitungen für das Fest in Angriff genommen. Viele Muslime nehmen sich die Zeit und bereiten traditionelle herzhafte und süße Speisen selbst zu. Häufig wird auch eine Reise in die Heimat durchgeführt, um das Ramadanfest zusammen mit der Familie begehen zu können. Das Festgebet ist dann der wichtigste Teil der Feierlichkeiten. Nach dem Gebet werden die Gräber der Verstorbenen aufgesucht und anschließend das reichhaltige Essen genossen.

Ramadan – das sind die wichtigsten Grundlagen

Laylat al-Qadr heißt eine Nacht im Ramadan, die für Muslime von besonderer Bedeutung ist. In der sogenannten „Nacht der Bestimmung“ hat der Prophet Muhammed s.a.s. die erste Offenbarung des Korans von Allah swt. übermittelt durch den Erzengel Jibril (Gabriel) erhalten. Das Datum selbst gibt es in der Form nicht. Laut Überlieferung ist die Laylat al-Qadr-Nacht in den ungeraden letzten 10 Nächten von Ramadan zu finden. In einer anderen Überlieferungen ist die Rede von der 27. Ramadan Nacht.

Am Eid al-Fitr findet der Ramadan dann sein Ende. Der Neumond ist in dieser Nacht wieder das erste Mal zu sehen. Es gibt natürlich auch Jahre, in denen der Neumond, beispielsweise durch Nebel, nicht zu erkennen ist. Ist dies der Fall, so fasten einige Muslime weiter, bis der 30. Tag vollendet ist. Andere Muslime wiederum gehen hier nach der Berechnungsmethode und beenden das Fasten nach dem festgelegten Datum. Der „KOORDINATIONSRAT DER MUSLIME IN DEUTSCHLAND“ hat sich vor Jahren, auf ein gemeinsames Datum für den Beginn und Ende des Ramadans geeinigt. Aber auch hier gibt es natürlich Meinungsverschiedenheiten, so dass manche nur nach dem Neumond fasten ohne die Berechnungsmethode.

Ein Video von Mohamed Naved Johari zur Berechnungsmethode im Ramadan:

Anweisung zum Fasten im Ramadan im Koran:

Im Koran, oder auch Quran / Kuran genannt findet man in der zweiten Sure im 185.Vers die Anweisung zum Fasten im Ramadan:

"Der Monat Ramadan ist es (oder: (Fastenzeit ist) der Monat Ramadan), in dem der Koran (erstmals) als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist, und (die einzelnen Koranverse) als klare Beweise der Rechtleitung und der Rettung. Wer nun von euch während des Monats anwesend (d. h. nicht unterwegs) ist, soll in ihm fasten …" (2:185)

Ramadan – darum ist das Fasten so wichtig

Ramadan wird auch als Fastenmonat bezeichnet. Damit wird schnell deutlich, welche wichtige Rolle das Fasten in dieser Zeit tatsächlich einnimmt. Vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Beginn der untergehenden Sonne wird gefastet. Das bedeutet, die Zeit des Fastens kann zwischen 8 und 16 Stunden liegen. Vor dem Sonnenaufgang wird die Suhoor eingenommen. Nach dem Sonnenuntergang wird es Zeit für die Iftar. Diese Mahlzeiten variieren, je nach Region. Weit verbreitet ist es jedoch, die Suhoor als Reisspeise zuzubereiten. Häufig werden dazu auch Früchte gereicht. Wichtig ist, dass es sich hierbei um eine leichte Speise handelt. Die Iftar ist eine Mahlzeit bestehend aus Datteln. Die Datteln sind der Auftakt. Anschließend wird eine reichhaltige Hauptmahlzeit gereicht, die schließlich durch eine Süßspeise ergänzt wird. Die Mahlzeiten werden gemeinsam mit der Familie und Freunden eingenommen. Kaum ein Muslime isst allein.

Die Fastenzeit ist ein Zeichen dafür, dass Hingabe und Anbetung ernst genommen werden. Sie umschließt nicht nur den Verzicht auf das Essen und Trinken. Auch der eheliche Geschlechtsverkehr sowie alle Arten von sündhaftem Verhalten fallen hier mit hinein. Die Fastenzeit soll den Menschen deutlich machen, dass sowohl die weltlichen Besitztümer als auch die Ansichten vergänglich sind und durchaus einen negativen Einfluss haben können. Durch die Fastenzeit, die ebenso als Eid oder Bayram bekannt ist, wenden sich die Menschen bewusst von diesen Dingen ab und dem Glauben zu. Die Reinigung von Körper und Seele durch die Fastenzeit sowie die Selbstbeherrschung sind ein weiterer wichtiger Punkt, der in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen ist.

Diese Ausnahmen gibt es:

Die Vorgaben für die Fastenzeit sind streng. Das heißt aber auch, dass tatsächlich nicht jeder Muslime fasten muss. Bis zu einem bestimmten Alter müssen Kinder das Fasten nicht mitmachen. Erst dann, wenn sie am Anfang der Pubertät stehen, werden sie ebenfalls dazu aufgefordert, zu fasten. Das muss nicht heißen, dass hier direkt mit Strenge auf eine konsequente Einhaltung geachtet wird. Tatsächlich ist es in vielen Familien durchaus üblich, die Kinder nach und nach an die Fastenzeit heranzuführen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, sich an die Zeit der Zurückhaltung heranzutasten.

Neben den Kindern sind auch Muslime im hohen Alter eine der Gruppen, die sich nicht konsequent an das Fasten halten müssen. Gleiches gilt für Menschen, die während des Ramadan krank sind. Viele Muslime holen die Fastenzeit nach der Krankheit jedoch nach. Frauen, die während der Fastenzeit ein Kind erwarten oder ein stillen, müssen ebenfalls nicht auf Essen und Trinken verzichten.

Interessant zu wissen ist, dass zwar eine Befreiung von der Fastenzeit möglich ist. Gläubige Muslime nutzen jedoch die Möglichkeit, bei der nächsten Gelegenheit das Fasten nachzuholen. Chronisch Kranke oder wenn man nicht mehr die Möglichkeit bis zum nächsten Ramadan das Fasten nachzuholen müssen eine sogenannte Fidyah bezahlen. Die Höhe dieser Fidyah wird daran gemessen, wieviel Euro ein Bedürftiger braucht um sich einen Tag zu ernähren. Für jeden nicht gefasteten Tag, muss man einen Bedürftigen einen Tag „speisen“. Siehe dazu im Koran die zweite Sure und 184.Vers:

„Und denjenigen, die es (das Fasten) nur schwer zu leisten vermögen, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt.“ (2:184)

Zu sich selbst finden

Der Ramadan ist für Muslime eine Zeit der Besinnung. Durch das tägliche Leben nehmen die weltlichen Einflüsse einen wichtigen Stellenwert ein. Gerade materielle Dinge, wie Reichtum, haben heute einen großen Einfluss und können durchaus auch negative Aspekte hervorrufen. Die Zeit des Fastens im Ramadan ist eine willkommene Möglichkeit, um sich selbst wieder auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Das ist auch einer der Gründe, warum nach dem Sonnenuntergang die Mahlzeiten nicht allein sondern im Kreis der Familie und Freunde eingenommen werden sollten. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind die Gesundheit, die Familie sowie die Freunde.

Spenden im Ramadan

Im Ramadan ist es auch wichtig, dass man besonders viel spendet. Mehr als in den anderen Monaten. Am Ende des Monats muss jeder die sogenannte Zakatul fitr spenden.

Dazu kannst du bei muslimehelfen e.V. deine Spende im Ramadan aufgeben.